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Erfahrungsberichte

Meine Teilnahme an dem Mentoring-Programm des philosophischen Instituts der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf war eine durchweg bereichernde und horizonterweiternde Erfahrung. In den folgenden Zeilen werde ich kurz darstellen, wie mein Mentor Klaus Hempel und ich unsere Zusammenarbeit gestaltet haben und warum die Teilnahme an dem Programm meines Erachtens auch für dich unbedingt lohnenswert ist.

Meine Teilnahme am Mentoring-Programm

Mentor Klaus Hempel ist Inhaber und Geschäftsführer der Firma HEMPEL Elektromaschinenbau, einem mittelständischen Betrieb aus Willich, der sich auf die Reparatur und Instandhaltung von elektrischen Motoren und industriellen Anlagen spezialisiert hat.

Bei unserem ersten Treffen verständigten wir uns darauf, uns einmal die Woche in seiner Firma zu treffen. Anfangs hatte die Zusammenarbeit die Form eines Praktikums: So habe ich Herrn Hempel bei Gesprächen mit Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten begleitet, die Einführung eines Tools zur Vertriebskontrolle erlebt sowie die Restrukturierung eines Geschäftsbereiches mit durchführen können. Von meiner Tätigkeit bei HEMPEL profitierten wir beide: Ich durch die spannenden Einblicke in die Praxis einer Branche, die mir bis dahin völlig unbekannt war, Herr Hempel durch meine Mitarbeit sowie Feedback und (kritische) Rückfragen seitens eines Philosophen, der als "Externer" frei ist von Betriebsblindheit und persönlichen Interessen innerhalb der Firma.

Später habe ich eigenständige Projekte in der Firma übernommen. So habe ich beispielsweise den Einkauf einer neuen Homepage initiiert und mich mit dem Themenbereich Industrie 4.0 und dessen Auswirkungen auf die Branche und die Firma Hempel im Speziellen auseinander gesetzt. Insgesamt habe ich ca anderthalb Jahre in der Firma HEMPEL mitgearbeitet.

Neben der fachlichen Erfahrungen, die ich in der Firma sammeln konnte habe ich als Mentee natürlich ungemein von der Lebenserfahrung meines Mentors profitieren können: In Nachbesprechungen zu Meetings und Verhandlungen ließen wir gemeinsam das Erlebte Revue passieren und tauschten unsere Meinungen aus.

Dazu gehört auch manches, das zunächst trivial wirkt, einen Quereinsteiger aber verblüfft. So z.B. der Umstand, dass geschäftliche Verhandlungen ersteinmal aus ausführlichem Small Talk bestehen, bis dann "Klartext" geredet wird. Oder die für Philosophen befremdliche Feststellung, dass Führungspersonal oft viel stärker auf die Körpersprache achtet, als auf das, was eigentlich gesagt wird.

Last but not least gab es zwischendurch immer wieder Raum für genuin philosophische Dialoge: Nicht nur haben wir oft über unternehmensethische Fragestellungen debattiert, auch die großen Fragen der Philosophie waren regelmäßig Gegenstand unserer Gespräche.

Was heißt das für dich?

Nun, dass du - je nachdem, wie du und dein Mentor die Zusammenarbeit ausgestalten - auf verschiedene Art und Weise durch das Mentoring Programm profitieren kannst: Du..

  • lernst viel über dich selbst, z.B. durch unmittelbares Feedback
  • kannst berufliche Ziele und Perspektiven abwägen
  • erhältst Einblicke in eine (dir noch unbekannte?) Branche kannst erproben, inwieweit sich philosophische Softskills, wie z.B. rhetorische Fähigkeiten und analytische Schärfe, in der Praxis bewähren
  • profitierst durch das Expertenwissen und die Lebenserfahrung des Mentors
  • kannst das Netzwerk deines Mentors nutzen

Natürlich wird dir nicht jeder Mentor direkt ein Praktikum oder einen Nebenjob anbieten können. Einen Nebenjob in einer interessanten Branche lege ich allerdings jedem Geisteswissenschaftler, der es sich zeitlich erlauben kann, nahe, um den Bezug zur beruflichen Praxis aufzubauen. Erfahrungsgemäß führt eine Nebentätigkeit nicht dazu, dass das Studium vernachlässigt wird, sondern im Gegenteil dazu, dass Studenten motivierter sind im Studium.

Mein Fazit: Eine Teilnahme ist, wenn Mentee und Mentor sich gut verstehen, unbedingt lohnenswert. Meine Zeit in der Firma HEMPEL habe ich jedenfalls durchweg als bereichernde Erfahrung erlebt. Und dass mein Mentor zu einer ähnlichen Einschätzung gekommen ist, zeigt sich nicht zuletzt auch daran, dass wir bis heute freundschaftlich verbunden sind und nach wie vor den Kontakt halten.

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