Forschung

Hier finden Sie eine Übersicht über Arbeitsgebiete und aktuelle Forschungsprojekte von Prof. Dr. Dietrich sowie seiner Mitarbeiter.

Prof. Dr. Frank Dietrich

Arbeitsgebiete

Politische Philosophie:

  • Territoriale Rechte, Sezession und Migration
  • Staatliche Autorität und Rechtsgehorsam

Moralphilosophie:

  • Distributive Gerechtigkeit

Medizinethik:

  • Rationierung und Organallokation
  • Präimplantationsdiagnostik
  • Sterbehilfe

Forschung

Ein Forschungsschwerpunkt im Bereich der Philosophie der internationalen Politik liegt in der Begründung territorialer Ansprüche. Im Fokus des aktuellen Projekts steht das Recht der Völker auf kollektive Selbstbestimmung, das in Art. 1 der Menschenrechtskonventionen von 1966 verankert ist. Beide Menschenrechtskonventionen wie auch andere maßgebliche Rechtsdokumente verbinden das Recht auf kollektive Selbstbestimmung mit einem Verfügungsrecht über die natürlichen Ressourcen, die sich auf dem Territorium eines Volkes befinden. Das Projekt geht der Frage nach, ob überzeugende normative Gründe dafür sprechen, mit dem Recht auf politische Selbstbestimmung auch privilegierte Ansprüche auf die Nutzung von Rohstoffen und Bodenschätzen anzuerkennen.

Ein weiteres Projekt beschäftige sich mit der Rechtfertigung staatlicher Machtausübung im Kontext der Erziehung. Staatliche Eingriffe in die elterlichen Erziehungsbefugnisse können mit zwei Arten von Argumenten begründet werden. Zum einen lassen sich schützenswerte Interessen der Kinder, wie z. B. ihre Autonomie, anführen, die staatliche Eingriffe in die Erziehung erfordern. Zum anderen kann auf die Notwendigkeit verwiesen werden, Kindern grundlegende Werte, wie z. B. Toleranz, zu vermitteln, um ein demokratisches Gemeinwesen dauerhaft zu erhalten. Im Blickpunkt des Projekts stehen die besonderen Herausforderungen, denen die Legitimation staatlicher Eingriffe in pluralistischen Gesellschaften begegnet, in denen unterschiedliche Konzeptionen des Guten miteinander konkurrieren.

Dr. Joachim Wündisch

Arbeitsgebiete

Politische Philosophie:

  • Territoriale Rechte und Klimawandel
  • Links- u. Rechts-Libertarismus

Moralphilosophie:

  • Distributive, kompensatorische u. restitutive Gerechtigkeit
  • Moralische Verantwortung

Medizinethik:

  • Behinderung
  • Präimplantationsdiagnostik
  • Enhancement

Forschung

Im Kontext der Klimaethik arbeite ich an der Begründung restitutiver Ansprüche von Gruppen, deren Territorien durch ansteigende Meeresspiegel zum Teil oder ganz verloren gehen. Hierbei konzentriere ich mich auf die folgenden Fragen: (1) Ist eine suffizientaristische Theorie politischer Selbstbestimmung plausibel und, wenn ja, wie sollte diese beschaffen sein? (2) Wie kann dem partiellen Verlust eines Territoriums und der damit potentiell einhergehenden Reduktion der politische Selbstbestimmung aus restitutiver Perspektive angemessen begegnet werden?


Im Bereich der moralischen Verantwortung arbeite ich zum Thema des entschuldbaren Unwissens und an Antworten auf die folgenden Fragen: (1) Warum entschuldet entschuldbares Unwissen? (2) Erstreckt sich die entschuldende Kraft entschuldbaren Unwissens auf Kostenhaftung? (3) Welche Auswirkungen haben interdependente und kollektive Entscheidungssituationen auf individuelles entschuldbares Unwissen?


Im Bereich der Philosophie der Behinderung arbeite ich an Antworten auf diese Fragen: (1) Was ist eine Behinderung? (2) Welche Bewertung von Behinderungen ist plausibel (mere-difference vs. bad-difference views)? (3) Welche Pflichten hat die Gesellschaft gegenüber Personen mit Behinderungen?

Laura Wackers, M.A.

Arbeitsgebiete

Moralphilosophie:

  • Privatheit
  • Informationen und Identität
  • Glück- und Well-Being

Medizinethik:

  • Körperliche Privatheit in Pflegekontexten
  • Datenschutz und Überwachung

Philosophiegeschichte:

  • Amerikanischer Transzendentalismus

Forschung

Derzeit schreibe ich an meiner Dissertation mit dem Thema 'Privatheit und Demenz'. Dabei beschäftige ich mich zum einen mit der konzeptionellen Frage, wie Privatheit zu definieren ist, und mit der Frage, welche Herausforderungen gerade die Erkrankung der Demenz für gängige Theorien von Privatheit und deren Verständnis von Informationen und Identität aufwirft. Zum anderen widme ich mich konkreten Problemen des Privatheitschutzes in der Pflege und Behandlung demenzkranker Patienten, wie beispielsweise der Überwachung durch Personen und Technik.

In den letzten zwei Jahren habe ich zudem im Rahmen eines SFF-Projekts die philosophiehistorische Bedeutung des amerikanischen Transzendentalismus im 19. Jahrhundert untersucht.

Publikationen

Sölch, Dennis; Wackers, Laura (bevorstehende Veröffentlichung 2017), Der amerikanische Transzendentalismus. Eine Anthologie, Bern, Peter Lang Verlag.

 

Adis Selimi, M.A.

Arbeitsgebiete

Rechtsphilosophie:

  • Philosophie des Völkerrechts
  • Recht und Moral

Politische Philosophie:

  • Legitimität politischer Institutionen
  • Ideale und Nicht-Ideale Theorie
  • Territoriale Rechte

Moralphilosophie:

  • Ethik der Migration

Forschung

Im Rahmen meines Dissertationsprojekts beschäftige ich mich mit den moralischen Grundlagen der Staatenanerkennung. Während sich die Frage nach der Staatsfähigkeit einer Gruppe zunächts im Einklang mit der Konvention von Montevideo (1933) vornehmlich an deskriptiven Kriterien wie der effektiven Herrschaftsausübung orientierte, sind im modernen Völkerrecht zunehmend normative Kriterien hinzugekommen, die die Praxis der Staatenanerkennung beeinflussen. Hierzu zählen insbesondere der effektive Menschenrechtsschutz und die demokratische Legitimierung der Regierung. In der Folge wurde mehreren De-facto-Regimen (z.B. Nordzypern und Transnistrien) die Aufnahme in die Staatengemeinschaft verweigert. Damit geht eine Nichterkennung von sowohl Rechten als auch Pflichten einher, die untrennbar mit dem Prinzip der Staatlichkeit verbunden sind. Ziel des Forschungsprojekts ist es, die Praxis der verweigerten Anerkennung auf ihre Legitimität hin zu untersuchen und normative Kriterien herauszuarbeiten, die politische Gebilde für die Aufnahme in die Staatengemeinschaft erfüllen sollen.

Benjamin Huppert, M.A.

Arbeitsgebiete

  • Psychologie des moralischen Urteilens und Handelns
  • Evolutionstheoretische Moralerklärungen
  • Metaethische und normative Relevanz wissenschaftlicher Moralverständnisse

Forschung

Bis zum Sommer 2015 schrieb ich eine Dissertation über die moralphilosophische Bedeutung neuerer wissenschaftlicher Erklärungen moralischen Urteilens und Verhaltens. Insbesondere ging es um die Rolle von Intuitionen, Emotionen, heuristischen psychologischen Prozessen sowie evolutionären Mechanismen. In der näheren Zukunft möchte ich mich mit der Entstehung von Verdienst- und Verantwortungskonzepten sowie deren psychologischen Voraussetzungen befassen.

Dr. Sebastian Laukötter: seit Oktober 2016 an der WWU Münster

Arbeitsgebiete

Politische Philosophie:

  • Theorien globaler Gerechtigkeit
  • Philosophie der Menschenrechte
  • Theorie des gerechten Krieges

Moralphilosophie:

  • Moralbegründung

Medizinethik:

  • Globale Gesundheitsgerechtigkeit
  • Ethische Probleme des Zugangs zu essentiellen Medikamenten

Forschung

Im Zentrum der aktuellen Forschung steht die Ausarbeitung eine Theorie globaler Gerechtigkeit, die Perspektiven der korrektiven, der politischen und der distributiven Gerechtigkeit zusammenführt. Diese moderat kosmopolitische Konzeption wird auf die Themenbereiche Weltarmut und Weltgesundheit angewendet.

Dr. Alexander Bagattini: seit Oktober 2015 an der LMU München

Arbeitsgebiete

Kindeswohl und Kinderrechte:

  • Mitbestimmung von Kindern (Kinderwahlrecht, medizinische Maßnahmen, Bildung)
  • Konzeptionen des Wohlergehens/ Kindeswohl
  • Paternalismus
  • Elternautorität

Philosophie des Sports:

  • Doping im Sport
  • Werte des Sports

Forschung

Projektleiter des Teilprojektes „Ethische Aspekte des Kindeswohls im BMBF-Projekt „Kindeswohl als kollektives Orientierungsmuster“: Im interdisziplinären Gesamtprojekt soll die gesamtgesellschaftliche Dimension des Kindeswohlbegriffs beleuchtet werden, indem der Kindeswohlbegriff in einem Diskurs betrachtet wird, an dem so unterschiedliche Disziplinen wie Medizin, Kulturgeschichte, Soziologie, Philosophie (Ethik) und Rechtswissenschaft teilnehmen. Das Projekt ist Teil der Gesamtförderlinie „Sexuelle Gewalt gegen Kinder in Institutionen“ des BMBF. Das inhaltliche Ziel des Verbundprojektes ist die Erstellung eines Leitfadens zu diesem Thema, der sich an die Mitarbeiter von pädagogischen Institutionen wie Kinderheimen und Schulen richtet.


Hauptantragsteller und Projektleiter des DFG-Netzwerkes „Normative Grundlagen des Kindeswohls“: An dem interdisziplinären Netzwerk nehmen Wissenschaftlerinnen aus Medizin, Philosophie, Soziologie, Geschichtswissenschaft und Rechtswissenschaft teil. Das inhaltliche Ziel des Netzwerks ist die Analyse der verschiedenen normativen Implikationen des Kindeswohlbegriffs. Diskutiert werden Themen wie die Rechtfertigung von Paternalismus gegenüber Kindern, Mitspracherechte von Kindern (zum Beispiel in medizinischen Kontexten oder bei politischen Wahlen) oder Gründe für den Ausschluss von Kindern von Freiheitsrechten. Im ersten über das Netzwerk finanzierten Workshop (01/2015) wurden verschiedene Konzeptionen des Kindeswohls miteinander verglichen. Der zweite Workshop (10/2015) thematisierte das Verhältnis von Kindeswohl und Verletzlichkeit von Kindern. Es sind bis 2017 zwei weitere Workshops und Publikationen im Rahmen des Netzwerks geplant.

Lehrstuhlinhaber

Univ.-Prof. Dr. Frank Dietrich

Gebäude: 23.32
Etage/Raum: U1.27
Tel.: +49 211 81-12912
Fax.: +49 211 81-15651

Sprechzeiten

vorlesungsfreie Zeit:
nach Vereinbarung: Frank.Dietrich@hhu.de

Sekretariat

Petra K.-Schiebel M.A.

Gebäude: 23.32
Etage/Raum: U1.29
Tel.: +49 211 81-12912
Fax.: +49 211 81-15651

Sprechzeiten

Mo-Do: 8.00-12.00 Uhr

Verantwortlich für den Inhalt: E-Mail sendenProf. Dr. Frank Dietrich