Drittmittelprojekte
Hier finden Sie die drittmittelgeförderten Projekte, die an unserem Institut angesiedelt sind. Weitere Projekte im Bereich der Philosophie in der Öffentlichkeit sind hier zu finden.
Förderung
Stiftung Innovation in der Hochschullehre
Leitung
Dr. David Löwenstein
Mitarbeit
Dr. Sebastian Cacean
Dr. Christoph Schamberger
Marion Seiche
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Meldung
Projektbeschreibung
Der konstruktive Umgang mit Kontroversen ist eine wichtige Qualifikation für Studierende. Dieses Projekt soll Lehrinhalte und -konzepte entwickeln, mit denen Studierende Kompetenzen in der konstruktiven Begleitung von Kontroversen erwerben und trainieren können. Sie üben sich darin, relevante Argumente und deren Beziehungen zueinander zu analysieren, sie angemessen darzustellen und solche Darstellungen konstruktiv in den weiteren Verständigungs- und Lösungsprozess einzubringen. Dazu soll die Methode der Argumentlandkarten genutzt werden (Argument Mapping): Grafiken mit Aussagen und Argumenten, die durch grüne Pfeile (Begründung) und rote Pfeile (Kritik) vernetzt sind. Die Studierenden sollen einüben, Argumentlandkarten zu entwerfen, im Dialog mit den Beteiligten zu evaluieren und zu überarbeiten und sie schließlich konstruktiv in die Unterstützung der Entscheidungs- und Lösungsfindung einzubringen. Das Projekt soll dazu (1) allgemeine und transferierbare Open Educational Resources (OER) sowie (2) spezifische Konzepte für deren Einsatz in verschiedenen Lehr- und Lernformaten entwickeln und erproben. Dazu gehören fachliche Veranstaltungen in der Philosophie, Veranstaltungen zu interdisziplinären Themen für Studierende aller Fächer sowie Bürger:innenbeteiligungs-Seminare zu öffentlichen Kontroversen, in denen interessierte Personen im Sinne der partizipativen Wissenschaftskommunikation in Diskussionsrunden eingebunden werden, die Studierende konstruktiv begleiten.
Förderung
Deutsche Forschungsgemeinschaft
Einbindung
SFB 1646 “Sprachliche Kreativität in der Kommunikation” (Universität Bielefeld)
Leitung
Prof. Dr. Julia Zakkou
Prof. Dr. Christian Nimtz
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Projekthomepage
Projektbeschreibung
Das Projekt untersucht die als ‚open texture‘ bekannte Variante objektiver interpretativer Unbestimmtheit. Das Projekt kombiniert Ansätze aus Metasemantik, Semantik und Pragmatik. Es analysiert die Natur, die Gründe und die Konsequenzen von open texture bei klassifizierenden Prädikaten und es untersucht die fundierende Rolle dieses Phänomens für das Zustandekommen sprachlicher Kreativität.
Förderung
Deutsche Forschungsgemeinschaft
Leitung
Prof. Dr. Gottfried Vosgerau
Dr. David Löwenstein
Mitarbeit
Dr. Nastasia Müller (2024-2025)
Dr. Felix Kopecky (2025-2027)
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Meldung
Projektbeschreibung
Ziel der Argumentationstheorie und der angewandte Argumentanalyse ist es, Begründungen und Begründungsstrukturen verständlich zu machen. Dazu werden rationale Rekonstruktionen von einzelnen Argumenten sowie von Netzwerken mehrerer aufeinander bezogener Argumente vorgelegt und philosophisch reflektiert. Dabei werden auch implizite Elemente sichtbar gemacht, etwa implizite Prämissen, teils aber auch implizite Konklusionen oder gar ganze implizite Argumente, die sich aus der womöglich nicht explizit benannten Rolle eines Beitrags in einer komplexeren Diskussionssituation ergeben. Das Problem ist jedoch, dass menschliche Überzeugungsbildung oft „irrationalen“ Einflüssen unterliegt, die zu falschen Überzeugungen führen. Bislang spielen kognitive Verzerrungen bei der Rekonstruktion von Argumenten praktisch keine Rolle. Ein Grund dafür dürfte sein, dass kognitive Verzerrungen Prozesse sind, die in der Regel unbewusst ablaufen und auch nicht bewusst gesteuert werden können. Da sie zumindest vordergründig keiner oder nur geringer kognitiver Kontrolle unterliegen, scheint es, dass sie daher in Argumenten auch nicht als Prämissen oder Gründe angeführt werden können. Ein weiterer Grund, dass kognitive Verzerrungen in der Argumentrekonstruktion bislang nicht berücksichtigt wurden, liegt darin, dass kognitive Verzerrungen qua ihrer Definition als „irrational“ gelten. Bei der Argumentrekonstruktion ist jedoch mit guten Gründen das Prinzip des Wohlwollens wichtig. Nach diesem Prinzip sollen Argumente stets möglichst stark, rational und plausibel rekonstruiert werden, einschließlich impliziter und wohlwollend reformulierter Elemente. Eine adäquate Einbeziehung der Tatsache, dass Menschen Überzeugungen auf „irrationale“ Weise bilden, ist somit bei der Argumentationsrekonstruktion methodisch deutlich erschwert, vielleicht sogar ausgeschlossen. Ziel des vorliegenden Projekts ist es, kognitive Verzerrungen und andere Erklärungsstrategien, wie Informationsdefizite oder Tugenddefizite, in die Rekonstruktion von Argumenten zu integrieren, ohne das Prinzip des Wohlwollens zu verletzen. Die bestehende Methode der rationalen Argumentrekonstruktion soll ergänzt und weiterentwickelt werden, hin zur neuen Methode der kognitiv-rationalen Rekonstruktion von Argumenten. Diese Methode soll dazu dienen, auch dort Begründungen sichtbar zu machen, wo sie bisher nicht sichtbar waren. Dadurch sollen die aus der psychologischen Forschung bekannten Effekte kognitiver Verzerrungen und Biases, so weit irgend möglich, als Teile der inhaltlichen Debatte sichtbar werden statt als vermeintlich irrationale Fremdkörper oder evolutionär herausgebildete Automatismen unsichtbar zu bleiben. Dies bildet die Grundlage für eine faire Diskussion von Begründungen, die nicht im ideal-rationalen Raum verbleibt, sondern an empirische Gegebenheiten des menschlichen Denkens anschließt.
Förderung
Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen
Leitung
Prof. Dr. Gottfried Vosgerau
Prof. Dr. Michael Schmitt
Mitarbeit
Dr. Maria Sojka
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Projekthomepage
Projektbeschreibung
WP9 combines the perspective of natural sciences with the unique perspective of philosophy of science. It develops cutting edge, interdisciplinary science communication strategies for ACCeSS. The aim of WP9 is thus twofold. On the one hand, WP9 facilitates the science communication for ACCeSS. Adequate science communication is central to public acceptance of scientific research results. The research done in ACCeSS is of vital interest to the common public and should thus be developed in close cooperation with civil society. Therefore, we seek to strengthen both access to knowledge and participation of scientists and non-scientists in the discussion of the project aims, results and assessment of innovations. Open science bears an additional value for both sides: The public takes part in the process of knowledge acquisition, thus enhancing the understanding of scientific methods and (re)gaining confidence in scientific work in general. Science also benefits from a joint agenda setting with the addressees of the innovations to be developed. Our approach to science communication is guided by three practical principles:
- Focusing on creating content for people who usually do not seek out science communication-events on their own.
- Moving away from the conventional top-down approach of science communication. That means actively asking the public what they are interested in and taking this into account when organizing events.
- Following a holistic approach to science communication that focuses not just on communicating facts, but also more general basic knowledge about how science functions and operates.
On the other hand, the direct collaboration between scientists and philosophers of science in ACCeSS enables us to closely study the challenges and pitfalls of science communication. We are particularly interested in the discrepancies between the public’s expectation and what science actually can achieve. Thus, we investigate how science skepticism is fostered by a widespread oversimplified understanding of how science works and what science can accomplish. We are especially interested in the question where those oversimplified “stories” about science originate and why they are also often told within science. Further, we consider the corresponding epistemic and normative consequences of such oversimplified views.
Förderung
Deutsche Forschungsgemeinschaft
Leitung
Dr. Oliver Victor
Prof. Dr. Christoph Kann
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Projektwebseite
Projektvorstellung Wissenschaftskommunikation
Projektbeschreibung
Das Projekt intendiert eine Revision der Entwicklungsgeschichte von Albert Camus als Philosoph. Vor dem Hintergrund des allgemein dominierenden Bildes von Camus als modernem Klassiker der Literatur sowie seinem Selbstverständnis als Kunstschaffender sollen seine philosophischen Arbeiten unter Fokussierung noch weitgehend unbekannter Jugendschriften erschlossen werden. Insoweit Camusʼ philosophisches Frühwerk bereits nachhaltig rezipiert wurde, geschah dies unter Konzentration auf die Examensschrift "Christliche Metaphysik und Neoplatonismus" (1936) sowie auf das zentrale Werk "Der Mythos des Sisyphos" (1942). Kaum oder gar nicht zur Kenntnis genommen wurden im deutschsprachigen Raum dagegen die genannten Jugendschriften, die für ein vollständigeres, kohärentes Bild von Camusʼ Denken, insbesondere seiner Kulturphilosophie mit ihren Leitmotiven des Europäischen und des Mittelmeerischen, seiner Anthropologie und Ästhetik, unverzichtbar sind. Insofern sollen im Rahmen des Projekts Camusʼ zwischen 1931/32 und 1934 entstandene "Écrits de jeunesse" ediert, ins Deutsche übersetzt und kommentiert sowie hinsichtlich ihrer philosophischen Bedeutung der Fachwelt zugänglich gemacht werden. Ziel des Projekts ist damit, der weiteren Forschung eine bedeutende Textgrundlage zur Verfügung zu stellen, die genannten Schriften philologisch-philosophisch zu erschließen und durch historisch-systematische Untersuchungen derselben zu einem adäquateren Camus-Bild beizutragen.
Förderung
Deutsche Forschungsgemeinschaft
Leitung
Prof. Dr. Julia Zakkou
Mitarbeit
Tim Grasshöfer
Projektbeschreibung
Wir sagen oft geradeheraus, was wir denken und wollen. Manchmal kommunizieren wir aber auch indirekt. Wir sprechen „durch die Blume“ und verlassen uns darauf, dass andere „zwischen den Zeilen“ lesen. Die Mittel, die uns dabei zur Verfügung stehen, sind vielfältig und die Ziele, die wir verfolgen, variieren. Manchmal sind sie transparent und im allgemeinen Interesse; manchmal sind sie aber auch undurchsichtig und dienen nur dem jeweiligen Eigeninteresse. Vor diesem Hintergrund sollte die Auseinandersetzung mit indirekter Kommunikation eine zentrale Stellung sowohl in der theoretischen als auch in der praktischen Philosophie einnehmen. Tatsächlich aber liegt das Augenmerk auf einer vergleichsweise kleinen Klasse von Fällen. Die große Bandbreite indirekter Kommunikationsformen wird nicht ausreichend berücksichtigt und der Zusammenhang zu praktischen, teils moralisch relevanten Fragen wird kaum gewürdigt. Das Projekt „Durch die Blume – Theorie und Praxis indirekter Kommunikation“ füllt diese Lücke. Ziel ist es, zentrale Aspekte indirekter Kommunikation zu beleuchten und miteinander in Verbindung zu setzen: verschiedene Formen indirekter Kommunikation sowie die Gründe, die uns zu indirekter Kommunikation bewegen, sollen erfasst werden; praktische Herausforderungen, die durch den Gebrauch und Missbrauch indirekter Kommunikation entstehen, sollen aufgezeigt und analysiert werden. Das Projekt ist interdisziplinär angelegt. Es bezieht Erkenntnisse aus der Linguistik, der Kognitionswissenschaft und den Sozialwissenschaften ein und bringt Debatten nicht nur innerhalb der Philosophie, sondern auch in diesen angrenzenden Disziplinen voran. Darüber hinaus überschreitet es den bisherigen Beispielkanon, indem es nicht nur aktuelle Beispiele aus dem englischsprachigen, sondern auch aus dem deutschsprachigen Raum einbezieht. Ein Ziel ist dabei, zentrale Erkenntnisse auch für die interessierte Öffentlichkeit aufzubereiten. Das Projekt ist in fünf Arbeitspakete (APs) eingeteilt; drei behandeln Grundlagenfragen, zwei betreffen Anwendungen. AP1 und AP2 untersuchen klassische Tests für indirekt Kommuniziertes und diskutieren semantisch implizierte sowie bloß assoziierte Gehalte als zwei Arten von Gehalten, die in der Diskussion zu indirekter Kommunikation bislang kaum Berücksichtigung gefunden haben. AP3 erörtert, für welche Zwecke indirekte Kommunikation eingesetzt wird und welche Schwierigkeiten sich ergeben können, wenn wir versuchen, auf indirekt Kommuniziertes einzugehen. AP4 und AP5 befassen sich mit der Frage, wie Werte und Normen kommuniziert werden können und nehmen dabei sexistische und rassistische Beleidigungen einerseits sowie „dicke“ (oder „dichte“) und „dünne“ Adjektive andererseits in den Blick.
Förderung
Manchot Stiftung - Manchot Forschungsgruppe
Leitung
Prof. Dr. Frank Dietrich
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Projektwebseite
Projektbeschreibung
Das Projekt untersucht, ob und ggf. inwieweit der etablierte philosophische Diskriminierungsdiskurs auf neue Formen der Benachteiligung durch Methoden der künstlichen Intelligenz anwendbar ist.
Einige Probleme, die im Kontext KI-gestützter Entscheidungen z.B. durch die Verwendung vorurteilsbelasteter Trainingsdaten entstehen, lassen sich durch etablierten Diskriminierungskonzepte gut erfassen. Darüber hinaus gibt es aber auch kompliziertere Phänomene, die zu neuartigen Formen der Benachteiligung führen. Beispielsweise korrelieren beim „redundant encoding“ besonders geschützte Merkmale, wie die ethnische Zugehörigkeit, so eng mit vermeintlich unproblematischen Daten wie der Postleitzahl, dass eine Nutzung der vermeintlich unproblematischen Daten zu einer Schlechterstellung geschützter Gruppen führt. Ferner kann der Einsatz von KI zu einer systematischen Benachteiligung „zufälliger Gruppen“, wie etwa Menschen mit einem bestimmten Einkaufsverhalten, das mit Zahlungsausfällen korreliert, führen. Hier ist zu klären, inwieweit das herkömmliche Verständnis von Diskriminierung von klassischen Merkmalen, wie Hautfarbe, Geschlecht oder Alter, gelöst werden kann.
In allen betrachteten Phänomenbereichen soll untersucht werden, wie etablierte Diskriminierungsbegriffe angepasst werden müssen, um Phänomene der KI-basierten Benachteiligung adäquat zu erfassen. Das Projekt ist im „Use Case Recht“ der Manchot-Forschungsgruppe „Entscheidungsfindung mit Hilfe von Methoden der künstlichen Intelligenz“ angesiedelt.
Förderung
Deutsche Forschungsgemeinschaft
Leitung
Dr. Paul Thorn
Dr. Leandra Bucher
Projektbeschreibung
Dieses Projekt befasst sich mit ungelösten Fragen hinsichtlich der akzeptablen Verwendung von Frequenzinformationen als Evidenzbasis für Wissen und als Evidenzbasis für unvorteilhafte Urteile und Einschätzungen über Personen, insbesondere in Gerichtsverfahren und in anderen öffentlichen Situationen, wie z.B. bei der Auswahl von Personen für Sicherheitsüberprüfungen am Flughafen. Wir evaluieren bestehende Ansichten darüber, warum und in welcher Weise bestimmte Arten von Frequenzinformationen als Evidenzbasis unzureichend sind. Darüber hinaus führen wir bislang noch nicht beschriebene epistemische und ethische Prinzipien ein und verteidigen diese. Diese Prinzipien setzen bedeutsame Grenzen hinsichtlich der zulässigen Verwendbarkeit von Frequenzinformationen (z.B. in Fällen ethnischer Profilerstellung). Wir führen auch empirische Studien mit menschlichen Probanden durch, (1) mit dem Ziel zu zeigen, dass die Zurückhaltung von Personen, Frequenzinformationen als angemessene Beweisgrundlage zu betrachten, häufig das Ergebnis von verzerrter Wahrscheinlichkeitswahrnehmung ist und (2) um Techniken zu etablieren, die die verzerrte Wahrnehmung von Wahrscheinlichkeiten reduzieren können. In weiteren empirischen Studien testen wir auch die Hypothese, dass Menschen es als problematisch ansehen, auf der Basis einer bestimmten Evidenz schlusszufolgern, dass eine Person eine unerwünschte Eigenschaft hat, es sei denn, es gibt eine nicht zu vernachlässigende Wahrscheinlichkeit, dass die Evidenz eine kausale Konsequenz daraus ist, dass die Person diese Eigenschaft besitzt. Die übergeordneten Ziele des Projekts sind, klare und überzeugende Empfehlungen für die akzeptable Verwendung von Frequenzinformationen zur Bildung von gerichtlichen Urteilen zu entwickeln und Empfehlungen für die öffentliche Ordnung (public policy) anzubieten, die auf einem besseren Verständnis der kognitiven Prozesse, die die Intuition über die akzeptable Verwendung von Frequenzinformationen als Beweismittel beeinflussen, beruhen.
Förderung
Deutsche Forschungsgemeinschaft
Leitung
Prof. Dr. Gottfried Vosgerau
Prof. Dr. Gerhard Schurz
Mitarbeit
Dr. Matias Osta-Velez
Dr. Maria Sekatskaya
Sebastian Scholz
Dr. Paul Thorn
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Meldung
Projektbeschreibung
Wie werden Begriffe und ihre Bedeutungen kognitiv repräsentiert? Was geht in unserem Geiste vor, wenn wir Gegenstände durch ihre charakteristischen Merkmale erfassen und darüber mit anderen Personen kommunizieren? Ein bedeutender sprachwissenschaftlicher und philosophischer Ansatz zur Beantwortung dieser Fragen ist die Frame-Theorie der Begriffe, die an der HHU Düsseldorf im Rahmen des Sonderforschungsbereichs SFB 991 weiterentwickelt wurde. Das DFG-gefördertes Nachfolgeprojekt des SFB "Parametrisierte Frames und konzeptuelle Räume" erforscht die Erweiterung des Frame-Ansatzes, die auf der Theorie der kognitiven Räume beruht. In kognitiven Räumen werden Begriffsbedeutungen in räumlich-geometrischer Weise beschrieben, woraus sich in Verbindung mit der Frametheorie daraus ein neuartiger und besonders leistungsfähiger Theorieansatz ergibt.
Förderung
Deutsche Forschungsgemeinschaft
Leitung
Dr. David Löwenstein
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Projektwebseite
Projektvorstellung Wissenschaftskommunikation
Projektbeschreibung
Das Formulieren, Analysieren und Bewerten von Argumenten steht als Kernkompetenz freier und kritischer Bürger*innen zurecht im Zentrum der Bildungsziele von Universitäten und Schulen. Diese Kompetenzen haben einen wesentlichen Anteil an dem im ,Dresdener Konsens‘ treffend formulierten Ziel der Stärkung einer ganzheitlich verstandenen Urteilskraft. Die Philosophie steht in einer besonderen Verantwortung, solche argumentativen Kompetenzen zu fördern, denn sie beheimatet die systematische kritische Reflexion des Begründens und Argumentierens, die Argumentationstheorie. Doch dieser fachwissenschaftliche Teilbereich der Philosophie auf der einen Seite und die Fachdidaktik der Philosophie und Ethik auf der anderen Seite sind mit Blick auf die Argumentationsdidaktik bisher noch unzureichend miteinander verknüpft. Das Ziel des Netzwerks „Argumentieren in der Schule“ ist es daher, die Argumentationsdidaktik an der Schnittstelle zwischen Fachdidaktik und Fachwissenschaft systematisch zu untersuchen und als eigenes Forschungsfeld zu etablieren.
Förderung
Deutsche Forschungsgemeinschaft
Leitung
PD Dr. David Hommen
Prof. Dr. Christoph Kann
Mitarbeit
Dr. Frauke Albersmeier
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Projektwebseite
Projektbeschreibung
Wie begreifen wir die Welt? Wie repräsentiert unser Geist Gegenstände, Ereignisse, Eigenschaften, Relationen, Arten und Gattungen? Sind die Strukturen unseres kognitiven Weltbezugs analog zu denen unserer Sprache? Und was sagt uns die Art und Weise, wie wir über die Dinge in der Welt denken und sprechen, über die Dinge selbst? Die Theorie der Frames stellt einen aktuellen Ansatz zur Beantwortung dieser Fragen dar. Sie geht davon aus, dass kognitive und sprachliche Repräsentationen von einfachen Objekten bis hin zu komplexen Sachverhalten in rekursiven Attribut-Wert-Strukturen erfolgen – sogenannten Frames –, die die ontologischen Strukturen der Realität widerspiegeln. Doch ist dieses Modell des Verhältnisses von Denken, Sprache und Wirklichkeit tatsächlich neu – oder nur eine moderne Formulierung traditionsreicher Ideen? Falls Letzteres, erbt die Frame-Theorie die bekannten methodologischen und erkenntnistheoretischen Probleme ihrer Vorgängertheorien oder weist sie vielleicht sogar den Weg zu deren Lösung? Diesen Fragen gehen Prof. Dr. Christoph Kann, PD Dr. David Hommen und Frauke Albersmeier M.A. aus dem Institut für Philosophie in dem von der DFG geförderten Forschungsprojekt "Voraussetzungen der Frame-Theorie in der Geschichte der Philosophie" nach.
Förderung
Deutsche Forschungsgemeinschaft
Einbindung
Forschungsgruppe “Induktive Metaphysik”
Leitung
Prof. Dr. Gerhard Schurz
Projektbeschreibung
Metaphysik der Evolution: Rechtfertigung und Ontologie der Verallgemeinerten Evolutionstheorie In der verallgemeinerten Evolutionstheorie (VET) werden die drei Kernprinzipien der Evolution - Reproduktion, Variation und Selektion - von ihrer biologischen Basis losgelöst, abstrahiert und auf andere Bereiche angewandt, insbesondere auf den Bereich der Kultur im weiten Wortsinn (Sprache, Recht, Wissenschaft und Technologie mit eingeschlossen). Das vorliegende Projekt fragt nach der abduktive Rechtfertigbarkeit und nach den ontologischen Annahmen der VET und insbesondere der kulturellen Evolutionstheorie (KET) als ihrem wichtigsten Teilgebiet. Das Arbeitsprogramm des Projektes B10 gliedert sich in vier Forschungspakete (FPs). Im FP1 wird erforscht, in welchem Ausmaß sich die KET abduktiv rechtfertigen lässt als beste Erklärung von langfristigen Entwicklungsprozessen der menschlichen Kultur. Unter der Voraussetzung, dass die KET eine abduktive Rechtfertigung besitzt, besitzt auch der metaphysische Begriff der Evolution im verallgemeinerten Sinne eine abduktive Rechtfertigung zweiter Stufe. Die vereinheitlichenden dynamischen Prinzipien und ontologischen Annahmen der VET und ihre Voraussagekraft werden im FP2 untersucht und ausgearbeitet. Erworbene Informationsstrukturen oder 'Meme' sind zentral für die KET. Die Untersuchung ihrer Ontologie ist die Aufgabe von FP3, basierend auf der Leitidee, dass 'Meme' mit neuronalen Strukturen' des menschlichen Gehirns identifiziert werden können. Zwei weitere wichtige Konzepte, sowohl für die VET wie für die KET, sind die der Population und der (Quasi-) Spezies. Während der biologische Begriff der Population als Fortpflanzungsgemeinschaft für die KET zu eng und wenig brauchbar ist, wurden in der biologischen Evolutionstheorie (BET) einige allgemeinere Populationsbegriffe entwickelt. Die Untersuchung ihrer Anwendbarkeit ist die Forschungsaufgabe von FP4.
Förderung
Deutsche Forschungsgemeinschaft
Leitung
Prof. Dr. Gerhard Schurz (2020-2025)
Prof. Dr. Andreas Hüttemann (2017-2020)
Teilprojektleitungen und -mitarbeit
siehe Projekthomepage
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Projekthomepage
Projektbeschreibung
The overall purpose of the research unit is to articulate and elaborate a new understanding of the nature and methodology of metaphysics. Borrowing a term from late 19th century philosophy, the resulting conception of metaphysics is called Inductive Metaphysics.
We argue that, in general, metaphysical beliefs should not and cannot be adequately justified solely on a conceptual and a priori basis. Empirical sources and inductive or abductive forms of inference should and in fact do play a much more prominent role in metaphysics than is typically acknowledged. An important share of metaphysical beliefs should be justified a posteriori, based on inductive or abductive inferences from empirical data, embedded in a methodology that resembles that of science, except that metaphysical concepts and theories are transdisciplinary and more general than concepts and theories in science.
The research unit aims at developing a systematic account of the methodology and the empirical sources of Inductive Metaphysics. An essential means for achieving this aim is a combination of methodological or A-projects and application-oriented or B-projects. B-projects deal with selected metaphysical issues; they are original contributions to metaphysical research and at the same time they serve as test cases for A-projects. A-projects are concerned with historical and methodological investigations of Inductive Metaphysics; they use the results of B-projects as their input and deliver methodological questions and results to B-projects as their output. All three A-projects of the first three-year period shall be continued in the second period, with themes that are natural follow-ups of the results and open problems that emerged from the work in the first period. All B-projects of the first period are replaced by new B-projects, some of which bear important connections to predecessor projects in the first period and others which bring entirely new thematic areas into the range of application of Inductive Metaphysics.
Förderung
Deutsche Forschungsgemeinschaft
Einbindung
Forschungsgruppe “Induktive Metaphysik”
Leitung
Prof. Dr. Markus Schrenk
Prof. Dr. Gerhard Schurz
Projektbeschreibung
A2 wird seine Arbeit aus der ersten Dreijahresphase fortsetzen, die in der Untersuchungen der kreativen Abduktion (KA) als Methode der Induktiven Metaphysik (IM) besteht, basierend auf aus-gewählten metaphysischen Forschungsfragen und den Fallstudien der B-Projekte. Das fortgeführte Projekt besteht wieder aus zwei Projektteilen. Der erste Projektteil, A2.1, erforscht die Reichweite der abduktiven Methodologie in der Me-taphysik anhand der Begriffe der nomologischen Notwendigkeit und Möglichkeit, die in so gut wie allen Bereichen metaphysischer Erklärungen eine zentrale Rolle spielen. In Projekt A2.1 wird untersucht, ob und in welchem Ausmaß diese Begriffe und ihre Varianten (z.B. Gesetzesartigkeit versus fundamentale Naturgesetzlichkeit oder physikalische versus metaphysische Notwendigkeit) sich ihrerseits durch abduktive Schlüsse rechtfertigen lassen, die die Rationalitätskriterien wissenschaftlicher Abduktionen - Vereinheitlichungskraft und unabhängige Überprüfbarkeit - erfüllen und damit einen Notwendigkeitsbegriff begründen, der zur Forschungspraxis der empirischen Wissenschaften passt. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Rolle unabhängiger Evidenzen für nomologische Möglichkeiten, die sich aus Freiheitsannahmen ergeben. Als gemeinsames Arbeitspaket mit A2.2 werden in A2.1 die unterschiedlichen Arten von Erklärungen untersucht, die in den abduktiven Schlüssen der Induktiven Metaphysik eine Rolle spielen. In der ersten Projektphase konnten einigen wichtige abduktive Methoden, die die Wissenschaften erfolgreich anwenden, noch nicht auf ihre Übertragungsmöglichkeit in die Metaphysik hin überprüft werden. Im zweiten Projektteil macht sich A2.2 dies zur Aufgabe. Dabei soll insbesondere die Rolle der Modellbildung in der Metaphysik kritisch untersucht werden. Zweitens wollen wir herausfinden, in welchem Maße abduktive Gütekriterien wie Einfachheit dabei helfen können, die Robustheit und Fehlerresistenz metaphysischer Theorien zu erhöhen. Schließlich, drittens, werden wir aufbauend auf unseren Ergebnissen und zusammen mit Projektteil A2.1 die Frage untersuchen, in welcher Weise abduktiv gewonnene metaphysische Hypothesen erklären. Dabei werden wir insbesondere untersuchen, ob und wie Grounding Erklärungen in das Programm der Induktiven Metaphysik integriert werden können.
Förderung
Deutsche Forschungsgemeinschaft
Einbindung
Forschungsgruppe “Induktive Metaphysik”
Leitung
Prof. Dr. Gerhard Schurz
Projektbeschreibung
Projekt B5 untersucht metaphysische Fragen zur Handlungs- und Willensfreiheit auf der Grundlage der Theorie der kausalen Bayesnetze (Spirtes et al. 2000). Die Antwort auf solche Fragen hängt davon ab, welche spezifische Theorie der Kausalität man voraussetzt (cf. Hitchcock 2012). Vom Standpunkt der Induktiven Metaphysik aus betrachtet scheint es besonders vielversprechend zu sein, die Theorie der kausalen Bayesnetze als kausale Hintergrundtheorie zu wählen: Die Kernaxiome der Theorie lassen sich durch Schluss auf die beste Erklärung bestimmter empirischer Phänomene stützen und verschiedene Versionen der Theorie können empirisch überprüft werden (Schurz & Gebharter 2016).Projekt B5 ist insbesondere an den folgenden Forschungsfragen (research questions; RQs) interessiert. In RQ1 widmen wir uns der Frage, wie viel Freiheit und welche Arten von Freiheit im Rahmen der Theorie der kausalen Bayesnetze möglich sind. In RQ2 geht es darum, wie viel Freiheit wir voraussetzen müssen, um empirische Phänomene erklären zu können. Solche empirischen Phänomen bestehen z. B. im erfolgreichen Aufdecken kausaler Relationen durch Experiment und Randomisierung. Mittels Schluss auf die beste Erklärung -- einer der wichtigsten Methoden der Induktiven Metaphysik -- entwickeln wir eine allgemeine und interdisziplinäre Theorie der Freiheit. In RQ3 untersuchen wir, welche empirischen Konsequenzen aus der Theorie der kausalen Bayesnetze unter welchen verschiedenen Annahmen über freie menschliche Interventionen folgen. In RQ4 rekonstruieren wir prominente Argumente aus der Literatur zur Handlungs- und Willensfreiheit und untersuchen deren Gültigkeit sowie die Plausibilität ihrer Prämissen im Rahmen der Theorie der kausalen Bayesnetze. Im Fokus stehen dabei vor allem Argumente für und gegen die Kompatibilität von Freiheit und Indeterminismus.
Förderung
Deutsche Forschungsgemeinschaft
Einbindung
DFG-Forschungsgruppe 1063 “Erklärungen, Kausalität, Gesetze und Dispositionen am Schnittpunkt von Wissenschaften und Metaphysik”
Leitung
Prof. Dr. Markus Schrenk
Prof. Dr. Oliver R. Scholz
Projektbeschreibung
Traditionell wird die Metaphysik aufgefasst als die Erforschung dessen, was unabhängig von der Erfahrung ist (gleichsam vor oder hinter ihr liegt), was also nicht durch das Studium der Natur selbst entdeckt werden kann, dabei aber dennoch die fundamentale Struktur der Wirklichkeit ausmacht. Gerade deshalb aber ist die Möglichkeit von Metaphysik in der Philosophie oft umstritten gewesen: Ihre Aussagen lassen sich nicht ohne weiteres empirisch überprüfen. Die Kritik an ihr kulminiert im naturwissenschaftsfreundlichen Logischen Empirismus des frühen 20. Jahrhunderts, der alle ihre Aussagen schlichtweg nicht nur als falsch, sondern, weil nicht wissenschaftlich testbar, sogar als gänzlich sinnlos abstempelte.Ironischerweise ist der Logische Empirismus allerdings auch einer der Urväter der heutigen Wissenschaftstheorie, die sich zunehmend wieder metaphysischen Fragen zuwendet und teilweise sogar große spekulative Systeme entwirft. Obwohl die Forschergruppe den letztgenannten Auswüchsen skeptisch gegenübersteht, bekennt sie sich selbst dazu, “am Schnittpunkt von Wissenschaft und Metaphysik” zu stehen und durchaus begründete metaphysische Aussagen zu treffen.Es ist daher für die Gruppe von besonderer Bedeutung, darzulegen, aus welchen Gründen die strenge Ablehnung der Metaphysik der „Urväter“ zurückgewiesen werden kann, und in welcher Form eine behutsame Metaphysik möglich ist. Diesem Desiderat will P0, das als ein Meta- und Rahmenprojekt für die gesamte Gruppe angesehen werden kann, nachkommen.
Förderung
Deutsche Forschungsgemeinschaft
Leitung
Prof. Dr. Laura Kallmeyer (2015-2020)
Prof. Dr. Gottfried Vosgerau (2015-2020)
Prof. Dr. Sebastian Löbner (2011-2015)
Teilprojektleitungen und -mitarbeit
siehe Projekthomepage
Links
Projekthomepage
Projektbeschreibung
How do we conceive of the world? What is the structure and composition of our concepts? How do we represent in our minds categories, individuals, relations, properties, events, or sentence meanings? The CRC 991 is a foundational research centre that addresses issues of a general theory of conceptual representation such as these. A research focus in linguistics is combined with projects from philosophy, psychology, neuroscience, and the philosophy of science. The point of departure is the hypothesis that there is a uniform structure of representations at the neural level, the level of linguistic concepts, and the level of institutionalized conceptions such as those used in science. This uniform structure is frames in the sense introduced by the cognitive psychologist Lawrence Barsalou. Barsalou frames describe what they represent in terms of attributes (for example shape, origin, or function) and the values they take. According to Barsalou’s theory of cognition, frames are grounded in, and interact with, the sensory-motor system. The human system of concepts is not abstract and amodal; rather it is immediately anchored with perception and action.
The central and overarching objective of the CRC is the development of a general frame theory of concepts. The foundations of such a theory were laid in the DFG Research Unit 600 “Functional Concepts and Frames”, where the notoriously vague notion of “frame” received a precise formal definition. The CRC aims at extending this theory by two fundamental innovations that go considerably beyond Barsalou’s original approach: the modeling of dynamic concept components such as temporal developments and causal relationships, and an investigation of the general operations for modifying, deriving, and combining concepts. In the linguistic projects, the approach will be adopted to develop for the first time a principled general theory for decomposing word meanings. This will be the basis for a new theoretical understanding of the grammatical and semantic combination of words into sentences. With this approach, the CRC aims at building a bridge between the formal and the cognitive camps in linguistics. In addition to linguistics, frame theory will be applied in philosophical projects for representing scientific theories, for the analysis of prototype concepts and for examining the relation between individual psychology and public meaning. Moreover, projects belonging to the fields of experimental psychology, psycholinguistics and neuro-cognition empirically test the predictions of the frame approach with respect to social cognition, language processing and the grounding of linguistic concepts in the sensorymotor system..
Förderung
Deutsche Forschungsgemeinschaft
Leitung
Prof. Dr. Gerhard Schurz
Projektbeschreibung
Den Hintergrund dieses Projekts bildet ein dualer Kognitionsansatz, in dem lokal adaptive Voraussage- oder Schlussstrategien mit generellen meta-induktiven Strategien zusammenarbeiten. Basierend auf induktiven Verallgemeinerungen von beobachteten Erfolgsraten versuchen meta-induktive Strategien, lokal adaptive kognitive Methoden in einer sich verändernden Umgebung in optimaler Weise zu selektieren oder zu kombinieren. Aus den Einsichten und den daraus resultierenden Fragestellungen der ersten Phase dieses Projektes ergeben sich die folgenden drei Hauptzielsetzungen für die im Fortsetzungsantrag beantragte zweite Phase (Jahre 4-6):(1) Zielsetzung 1: "Meta-induktive Voraussagestrategien zwischen logischer Generalität und lokaler Adaptivität." Innerhalb des Rahmens von intermittenten Voraussagespielen, gekoppelt mit Online-Lernprozessen, sollen unterschiedliche meta-induktive Voraussagestrategien untersucht werden, und zwar durch Computersimulationen dieser Strategien in Anwendung auf künstliche und realen Daten, kombiniert mit logisch-mathematischer Analyse. Unser Augenmerk gilt dem Auftreten von lokalen Adaptivitätseffekten auf der Metaebene und dem Studium der Möglichkeiten, mit diesem Problem innerhalb unseres dualen Kognitionsansatzes umzugehen. (2) Zielsetzung 2: "Empirische Untersuchung von menschlichen Lernstrategien." In einem sozialen Lernexperiment soll die Rolle und der Anteil von meta-induktiven Lernprozessen im sozialen Lernverhalten von Individuen untersucht werden. (3) Zielsetzung 3: "Vorsichtige und riskante Strategien des Schließens aus unsicheren Konditionalen in Umgebungen von unterschiedlichem Ordnungsgrad." Unterschiedliche Methoden des Schließens aus unsicheren Konditionalen werden in Umgebungen mit variierendem Grad an Entropie untersucht, durch Computersimulationen dieser Schlussmethoden in Anwendung auf künstliche und reale Umgebungen. Ziel ist die Erarbeitung eines Systems von meta-induktiven Regeln, die die Abhängigkeit der Leistungskraft konditionaler Schlusssysteme in Abhängigkeit von der Entropie der Umgebung beschreiben.
Förderung
Deutsche Forschungsgemeinschaft
Leitung
Prof. Dr. Susanne Hahn
Projektbeschreibung
Zielsetzung des Projekts ist die Bereitstellung eines methodisch-argumentativen Instrumentariums, mit dem Wirtschaftssubjekte in die Lage versetzt werden, eigenständig wirtschaftsethische Reflexionen anzustellen. Einerseits soll damit die in der Wirtschafts- und Unternehmensethik häufig anzutreffende Vorentscheidung für eine ethische Theorie vermieden werden. Andererseits ist dem Theoriedefizit reiner Fallstudien zu begegnen. – In einem redehandlungsorientierten Argumentationsrahmen sind insbesondere allgemeine Normen als wesentliche Bestandteile normativer Argumentation zu untersuchen: Dazu gehört die Struktur von Normen und ihre Rolle in Argumentationen ebenso wie die Rechtfertigung allgemeiner Normen, die Verpflichtung auf allgemeine Normen und das Zusammenspiel von moralischem Urteil, Handlung und Norm. Zudem ist die Einbeziehung empirischer Zusammenhänge in normative Argumentationen zu erörtern, insbesondere die Resultate zum tatsächlichen (ökonomischen) Handeln. Hinzu treten Überlegungen zum Verhältnis verschiedener normativer Systeme, wie sie die politische und rechtliche Rahmenordnung, die Unternehmensordnung und die normativen Überzeugungskonglomerate beteiligter Individuen darstellen. Erkenntnisse zum Verhältnis dieser normativen Systeme des Wirtschaftens sind auf ihre Verallgemeinerbarkeit zu prüfen.
Förderung
Deutsche Forschungsgemeinschaft
Leitung
Prof. Dr. Gerhard Schurz
Projektbeschreibung
Eines der schwierigsten Probleme der theoretischen Philosophie, das vor etwa 250 Jahren von David Hume aufgeworfen wurde, besteht in der Frage, wie induktives Schließen rational gerechtfertigt werden kann. Bislang konnte keine befriedigende Lösung dieses Problems gefunden werden, und nicht wenige Philosophen halten das Induktionsproblem (bzw. Humesche Problem) für theoretisch unlösbar. Ich, der Antragsteller, arbeite seit etlichen Jahren an einem neuen Ansatz zur Lösung dieses Problems, der auf Resultaten der mathematischen Lern- und Spieltheorie sowie auf Computersimulationen von Voraussagespielen basiert. Mein Ansatz unterscheidet sich von früheren Ansätzen darin, dass erstens das Rechtfertigungsziel der Verlässlichkeit durch das bescheidenere Ziel der Optimalität von Induktion ersetzt wird, sowie zweitens nicht die Optimalität von Objektinduktion, sondern die von Metainduktion aufgezeigt wird. Die Optimalität von Metainduktion beruht letztlich darauf, dass es sich dabei um eine universal lernende Strategie handelt, die andere Voraussagemethoden, sofern diese zugänglich und erfolgreich sind, in ihr eigenes Voraussageverfahren einbaut.
Förderung
Deutsche Forschungsgemeinschaft
Einbindung
DFG-Forschungsgruppe 1063 “Erklärungen, Kausalität, Gesetze und Dispositionen am Schnittpunkt von Wissenschaften und Metaphysik”
Leitung
Prof. Dr. Gerhard Schurz
Projektbeschreibung
In dem Projekt soll an den wichtigen Ergebnissen, Problem- und Fragestellungen, die sich bisher auf dem Weg zu einer empirisch gehaltvollen und disziplinenübergreifenden allgemeinen Kausalitätstheorie ergaben, weitergearbeitet werden. Der Schwerpunkt soll dabei vom Thema „Kausalität und Erklärung“ auf das Thema „Kausalität und empirische Anwendung“ verlegt werden. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen die folgenden Punkte:(1) Die in diesem Projekt entwickelte Konzeption des Kausalitätsbegriffs als theoretischer Begriff mit empirischem Gehalt und der Kausalitätstheorie als transdisziplinäre empirisch überprüfbare Theorie soll weiter ausgebaut werden. Als wichtige Teilschritte zu diesem Ziel sind folgende Fragen zu untersuchen: (1.1) Die Bedeutung von Interventionsmöglichkeiten für die Erkenntnis von Kausalität und zur Überprüfung von Parameterstabilität. (1.2) Die meist als problematisch gesehene Anwendung der Kausalitätstheorie auf die Quantenmechanik. (1.3) Das Zusammenspiel von Kausalbeziehungen zwischen Variablen und zwischen Variablenwerten.(2) Gängige für die einzelnen Teilprojekte wichtige Kausalitätstheorien sollen in die entwickelte Kausalitätstheorie eingebettet oder zumindest in Beziehung gesetzt werden. Wir versprechen uns hieraus Aufschluss über deren bisher kaum untersuchte empirische Adäquatheit zu gewinnen.(3) Obwohl Mechanismen eine wichtige Rolle in den Spezialwissenschaften spielen, gibt es bis heute keine allgemein anerkannte formale Explikation des Terms ‚Mechanismus‘. Auf der Basis unserer Kausalitätstheorie soll eine empirisch signifikante Mechanismustheorie entwickelt werden, die die probabilistische Modellierung von Mechanismen erlaubt.(4) Die allgemeine Kausalitätstheorie soll so ausgebaut werden, dass sie fruchtbar auf zyklische Systeme (stationäre Gleichgewichtssysteme, selbstregulative Systeme etc.), die eine zentrale Rolle in vielen Spezialwissenschaften spielen, angewandt werden kann. Der empirische Gehalt der Theorie soll dabei erhalten oder vermehrt werden.
Förderung
Deutsche Forschungsgemeinschaft
Leitung
Prof. Dr. Christoph Kann
Projektbeschreibung
Gegenstand des Projekts ist die Untersuchung zentraler Termini in der Geschichte von Philosophie und Naturwissenschaften, speziell von Metaphysik und Physik. Insbesondere die Termini „Masse“ und „Kraft“, die in beiden Disziplinen von besonderer Relevanz sind, sollen einschließlich angrenzender Termini hinsichtlich ihrer Bedeutungen und ihres Bedeutungswandels fächerübergreifend untersucht werden. Damit intendiert das Projekt neue historische und systematische Erkenntnisse zur Konzeptualisierung und Terminologisierung in Metaphysik und Physik und zu der wissenschaftsgeschichtlich noch relativ wenig erforschten, aber äußerst innovatorischen Übergangszeit vom Spätmittelalter zur frühen Neuzeit. Die Termini „Masse“ und „Kraft“ sollen hinsichtlich ihrer begrifflichen Genese und semantischen Veränderungen, ihrer Vorläuferbegriffe in der aristotelischen Tradition, ihrer Übersetzungsvarianten und ihrer logisch-semantischen Eigenschaften u.a. mittels des Theorieansatzes der Wissensrepräsentation und -systematisierung (Frametheorie) untersucht werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei ihrer Analyse anhand moderner Begriffstypenunterscheidungen (Sortal- und Funktionalbegriffe), ihrer terminologischen Vernetzung sowie ihrer Rolle in Theorie- und Paradigmenwechseln.
Förderung
Deutsche Forschungsgemeinschaft
Einbindung
DFG-Forschungsgruppe 1063 “Erklärungen, Kausalität, Gesetze und Dispositionen am Schnittpunkt von Wissenschaften und Metaphysik”
Leitung
Prof. Dr. Gerhard Schurz
Projektbeschreibung
Das Projekt erweitert die Fragestellung der Kausalität von unterlassenen Handlungen auf die Fragestellung einer kausalen und explanatorischen Relevanz von nicht-handlungsartigen negativen Ereignissen und Zuständen, kurz: Abwesenheiten. Abwesenheiten spielen als kausale Faktoren ebenso wie Unterlassungen eine uneliminierbare Rolle nicht nur im Alltagsdenken, sondern auch in den Erklärungen vieler Spezialwissenschaften. Es soll in diesem Projekt eine Konzeption negativer Ereignisse entwickelt werden, die eine kausale Relevanz negativer Faktoren erlaubt, ohne diese metaphysisch zu hypostasieren. Die avisierte Konzeption von Abwesenheiten soll mit einer Konzeption von Mängeln und Dysfunktionen angereichert werden, die möglichst ohne subjektive Kriterien auskommt. Vor diesem Hintergrund soll die Rede von einer kausalen Relevanz negativer und defizitärer Ereignisse und das Verhältnis von kausaler und explanatorischer Relevanz genauer analysiert werden.
Förderung
Deutsche Forschungsgemeinschaft
Leitung
Prof. Dr. Gerhard Schurz
Projektbeschreibung
The proposal investigates (1) probability logic and nonmonotonic reasoning and its application to human inference, (2) game theoretic evaluations of nonmonotonic reasoning, (3) foundations of causality and causal reasoning, (4) representation of complex knowledge in graphical and nongraphical models, and (5) counterfactual reasoning in children and adults. The relevant dimensions include uncertainty, causality, coherence/consistency, and complexity. They are investigated with respect to their logical and mathematical foundations, their implementation in intelligent systems, and with respect to human reality.
Förderung
Deutsche Forschungsgemeinschaft
Leitung
Dr. Minou Friele
Projektbeschreibung
In einer arbeitsteiligen und zunehmend globalisierten Welt werden wirtschaftliche und auch wissenschaftliche Ziele kaum noch im Alleingang definiert und realisiert. Häufiger werden sie durch grenzüberschreitende Zusammenarbeit ermöglicht - und geprägt. Neben vielfältigen Vorteilen ergeben sich dabei oftmals auch ethische Herausforderungen, die mit interkultureller Kompetenz und Kenntnissen der relevanten Gesetzgebungen allein nicht zu bewältigen sind. Dies gilt v.a., wenn moralische Differenzen zutage treten, die sich trotz intensiver Bemühungen nicht in einem Konsens aufheben lassen. In diesem Fall stellt sich die Frage nach der Möglichkeit von Verhandlungen über moralische Inhalte. Ein mögliches Ziel von Verhandlungen ist die Ausarbeitung von Kompromissen. Sind Kompromisse in moralischen Fragen begrifflich aber überhaupt widerspruchsfrei denkbar? Und falls ja, unter welchen Bedingungen sind sie ethisch legitim? Wo sind die Grenzen des Verhandelbaren und der ethisch legitimen Kooperation zwischen „moralisch Fremden erreicht? Diesen Fragen will das Projekt mit den Mitteln der analytischen Philosophie und unter Einbeziehung wirtschafts- und rechtswissenschaftlicher Erkenntnisse mit Ausblick auf aktuelle Fragen internationaler Kooperationsbeziehungen nachgehen.