Termin

Titel:
Dr. Moritz Cordes (University of Greifswald): Scheinprobleme in der Philosophie

Datum / Uhrzeit:
09.07.19   /  18:30 - 20:00

Veranstalter:
Institut für Theoretische Philosophie


Ort:
24.53.01 Raum 81


Beschreibung:

Abstract:

Die Vokabel 'Scheinproblem' diente im Wiener Kreis als Kampfausdruck, um ganze Felder philosophischer Tätigkeit trockenzulegen. Mit dem Wiederaufleben der dadurch diskreditierten Metaphysik im Laufe der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stellt sich die Frage, welche Rolle Vorwürfe von Scheinproblemschaft heute überhaupt noch spielen können und auf welche (scheinbaren) Probleme sie sich richten dürfen. Der Vortrag geht auf die Geschichte der Verwendung des Ausdrucks 'Scheinproblem' ein, bemüht sich um eine explikative Wiedereinführung desselben und diskutiert seine Anwendung auf klassische und aktuelle Beispiele. Es zeigt sich, dass eine nichtpolemische Rede von Scheinproblemschaft stets relativ sein sollte: Etwas ist ein Scheinproblem zu einem bestimmten Stand der Debatte und kann diesen Status in der Debattenfortsetzung durchaus verlieren.

Sprecher:

Moritz Cordes hat Philosophie, Mathematik und Ur- und Frühgeschichte an der Universität Greifswald und der LMU München studiert. Nach einem Forschungsaufenthalt in Stanford promovierte er 2015 mit der Arbeit „Scheinprobleme – Ein explikativer Versuch“ an der Universität Greifswald. Er lehrte an der Frankfurt School of Finance and Management und ist momen-tan als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Greifswald tätig. Seine Forschungen betreffen vor allem die Begriffsbildung (Internet Encyclopedia of Philosophy: „Explication“; 2018) und die philosophische Fragenlehre. Zusammen mit Friedrich Reinmuth arbeitet er an der Entwicklung pragmatisierter Kalküle des natürlichen Schließens (Logic and Logical Philosophy: „Commentary and Illocutionary Expressions in Linear Calculi of Natural Deduction“; 2017).


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