30.09.2019 17:03

Ankündigung Ringvorlesung „Geschichte und Gegenwart der Existenzphilosophie“

Das Institut für Philosophie lädt ein zur Ringvorlesung „Geschichte und Gegenwart der Existenzphilosophie“, zu der wir in diesem Wintersemester zahlreiche renommierte Gastvortragende begrüßen dürfen. Organisiert wird die Veranstaltung gemeinsam von Oliver Victor und Dr. Dennis Sölch. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.

Im Mittelpunkt der Existenzphilosophie steht der einzelne existierende Mensch in der unhintergehbaren Subjektivität seines gelebten Lebens. Was ihn wesentlich ausmacht, lässt sich ebenso wenig durch allgemeine Aussagen über den Menschen einfangen, wie sich sein Handeln durch objektive Normen bestimmen lässt, weil er sich als freies Wesen je zu ihnen verhalten kann und muss. Damit steht die Existenzphilosophie vor der Herausforderung, eben das zum Ausdruck zu bringen, was sich einer verallgemeinerbaren Rede widersetzt. Subjektivität wird nicht direkt kommuniziert, sondern wird auf indirekte Weise dort zum Vorschein gebracht, wo sie Raum zur gedanklichen und sprachlichen Entfaltung findet, etwa in Aphorismen, Essays, Dramen, Autobiographien oder fragmentarischen Darstellungen. Daher ist es wenig verwunderlich, dass u.a. mit Kierkegaard, Nietzsche und Camus Hauptvertreter und Wegbereiter der Existenzphilosophie außerhalb der akademischen Philosophie gewirkt und sich unkonventioneller Darstellungsformen bedient haben, um ihre Gedanken zu entfalten. Damit grenzen sie sich u.a. von der bis in das 19. Jahrhundert vorherrschenden Systemphilosophie des Deutschen Idealismus ab. Die Vorlesungsreihe setzt sich aus Vorträgen von Expertinnen und Experten zum Forschungsgebiet zusammen, und so sollen im Laufe des Semesters zum einen unterschiedliche methodologische Zugänge zu existenzorientierten Fragestellungen zur Sprache kommen, zum anderen aber auch exemplarische Auseinandersetzungen mit repräsentativen Denkern verhandelt sowie Verbindungen zu anderen philosophischen Traditionslinien gezogen werden. Des Weiteren möchten die Beiträge die Aktualität und Relevanz existenzphilosophischer Ansätze für gegenwärtige philosophische Diskurse ausloten.

Im Anschluss an die Vorträge besteht jeweils die Möglichkeit zur ausführlichen Diskussion.

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