28.11.2019 13:06

Meyer-Struckmann-Preis 2019: Prof. em. Dr. Dr. h.c. mult. Michael Stolleis ausgezeichnet

Der Meyer-Struckmann-Preis, 2019 ausgeschrieben für geistes- und sozialwissenschaftliche Europaforschung, geht an den Frankfurter Juristen und Rechtshistoriker Prof. em. Dr. Dr. h.c. mult. Michael Stolleis. Zur feierlichen Preisverleihung am 27. November im Haus der Universität waren rund hundert geladene Gäste erschienen.

Dekan Prof. Dr. Achim Landwehr, Preisträger Prof. Dr. Michael Stolleis, Prorektor Prof. Dr. Stefan Marschall und Bernhard Schlink vom Vorstand der Meyer-Struckmann-Stiftung, Foto: Medienlabor/ Manuel Balzer

Von Victoria Meinschäfer

Bernhard Schlink, Mitglied im Vorstand der Meyer-Struckmann-Stiftung, dankte der Fakultät für ihr Engagement und sagte, Fritz Meyer-Struckmann wäre sicher über die Wahl des diesjährigen Preisträgers sehr glücklich gewesen: „Zu den selbstverständlichen Aufgaben des Juristen gehört das gesellschaftliche Engagement, wie wir auch an unserem Preisträger sehen können.“ Stolleis bedankte sich für die Auszeichnung und erklärte: „Europa war für unsere Generation unverzichtbare Realität, Hoffnung und Aufgabe“. Dass er mit diesem Preis für sein wissenschaftliches Engagement für Europa ausgezeichnet werde, mache ihn stolz und froh.

Stolleis, 1941 in Ludwigshafen geboren, studierte nach dem Abitur Rechtswissenschaft, Germanistik und Kulturgeschichte in Heidelberg und Würzburg. Nach Promotion und Habilitation in München wurde er 1974 auf den Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Rechtsgeschichte an die Universität Frankfurt berufen, von 1991 bis zu seiner Emeritierung 2009 war er Direktor des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte.

Mit Michael Stolleis wird in diesem Jahr eine Forscherpersönlichkeit von europäischem Format ausgezeichnet. Stolleis hat sich als Jurist bereits sehr früh in seiner wissenschaftlichen Karriere der rechtshistorischen Forschung verschrieben – und das immer mit einer dezidiert europäischen Perspektive. Er hat sich in seiner Arbeit mit grundlegenden juristischen und rechtshistorischen Problemen beschäftigt, die das Fundament der europäischen Kultur bilden – und zwar nicht nur in rechtlicher Hinsicht. Mit seinen Büchern zu Fragen der Staatlichkeit, des öffentlichen Rechts, der öffentlichen Ordnung, des Sozialrechts, der Verfassung und der Verwaltung hat er auch immer die Eigenheiten und Gemeinsamkeiten des europäischen Kontinents in den Blick genommen. Zeitlich reichen seine Forschungsinteressen vom 16. bis zum 20. Jahrhundert.

Diese Forschung ist auch europaweit anerkannt worden. So war Stolleis nicht nur von 1991 bis 2009 Direktor des Max-Planck-Instituts für Europäische Rechtsgeschichte in Frankfurt a.M., sondern erhielt auch Ehrendoktorate der Universitäten Lund, Toulouse, Padua und Helsinki. Zudem ist er Mitglied zahlreicher europäischer wissenschaftlicher Akademien, Träger des renommierten  Balzan-Preises sowie Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes und des Ordens Pour le mérite.

Meyer-Struckmann-Stiftung

Die Meyer-Struckmann-Stiftung fördert Wissenschaft und Forschung, insbesondere im Bereich der Kultur- und Geisteswissenschaften und verleiht jährlich die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung. Die Mittel stammen aus dem Nachlass des Stifters, Fritz Meyer-Struckmann, Bankier in Essen. Die Jury entscheidet in jedem Jahr neu über das Forschungsfeld, aus dem der Preisträger / die Preisträgerin zu bestimmen ist. 2019 verleiht die Philosophische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf zum 14.  Mal die Auszeichnung.

Bisherige Preisträger:

2006: Prof. Dr. Hartmut Böhme, Berlin;  2007: Prof. Dr. Shmuel Feiner, Israel; 2008: Prof. Dr. Harald Weinrich, München; 2009, Prof. Dr. Herfried Münkler, Berlin, 2010: Prof. Dr. Horst Bredekamp, Berlin, 2011: Prof. Dr. Jan Dirk Müller, München, 2012: Prof. Dr. Ursula Wolf, Mannheim, 2013: Sir Ian Kershaw, Sheffield, 2014: Prof. Dr. Alain Schnapp, Paris, 2015: Prof. Dr. Winfried Schulz, Erlangen-Nürnberg; 2016: Prof. Dr. Florian Coulmas, Duisburg/ Essen, 2017: Prof. Dr. Norbert Finzsch (Köln)  und 2018 Prof. Dr. Barbara Stollberg-Rilinger (Berlin).

Verantwortlich für den Inhalt: E-Mail sendenProf. Dr. Gerhard Schurz (Redakteur: Alexander Christian)